Die Anlage des Alterszentrums ist über verschiedene Bebauungsstufen gewachsen. Der ursprünglich 1967 von Hans Peter Baur realisierte Gebäudekomplex wurde im Jahr 1995 durch Suter + Suter Architekten teilweise zurückgebaut und zusätzlich um einen Längsbau entlang des Brüelweges erweitert. In Zukunft soll das Angebot des Alterszentrums mit 102 bestehenden Betten, um 45 Wohnungen für betreutes Wohnen ergänzt werden. Ebenso sollen ein Doppelkindergarten und ein erweitertes Tageszentrum entstehen. Eine erhaltenswerte Kapelle sowie ein Gemeindesaal sind ebenfalls Teil der Anlage. Zusätzlich soll das gastronomische Angebot ausgebaut werden und auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Zur Vergrösserung der Anlage steht das nördlich angrenzende Grundstück des ehemaligen Pfarrhauses zur Verfügung.
Das Konzept basiert auf der volumetrischen Klärung, um neuen Freiraum zu schaffen und damit bestehende und neue Bauten in ein abgestimmtes Verhältnis zueinander zu setzen. Hierfür werden in einer ersten Stufe verunklärenden Elemente entfernt. Um die räumlichen Anforderungen zu erfüllen, werden die beiden Bestandsgebäude um ein Vollgeschoss sowie ein Attikageschoss erweitert. Dies erlaubt den notwendigen Neubau in reduzierter Grösse zu konzipieren. Durch einen eingeschossigen Pavillon entlang den Bestandsbauten wird ein neuer Vorraum aufgespannt. Dieser schafft eine Verbindung zwischen dem Gartenhof im Süden und dem Grünraum im nordöstlichen Teil der Anlage. Die bestehende Kapelle wird freigestellt und tritt so als zentraler Bezugsort der Gesamtanlage hervor. Präzise folgt das Ensemble der drei gestaffelten Baukörper der natürlichen Topografie des Ortes. Alle Gebäude stellen in ihrer Massstäblichkeit behutsame Bezüge zur Umgebung her und treten mit ihr in einen Dialog. Die neuen Aussenräume schaffen, als lebendige Begegnungsorte zur Integration von Bewohnenden und Besuchenden, Aufenthaltsqualität. Neben der Verbesserung der betrieblichen Abläufe, besteht das Ziel darin, einen würdevollen und harmonischen Ort zu schaffen.
Die neue Vorplatzsituation bildet eine identitätsstiftende Adresse und ist sogleich Ankunftsort, Begegnungs- und Aufenthaltsraum. Hier befinden sich die Hauptzugänge des Pflegezentrums und des betreuten Wohnens. Der Bestandsbau von 1967 eignet sich strukturell ideal zum Einbau von Kleinwohnungen für das betreute Wohnen. Hier lassen sich auch Kindergarten und die weiteren Dienstleistungsflächen verorten. Im erweiterten Längsbau von 1995 wird der gesamte Pflegebereich untergebracht. In der Übergangszone zwischen dem Pflegeheim und dem betreuten Wohnen, bietet eine Lobby einen geschützten Ort für die visuelle Teilhabe am Tagesgeschehen. Im Norden bildet der Neubau eine Adressierung zu Dorfmitte und dem kirchlichen Zentrum und schafft, mit dem direkten Zugang zum Gemeindesaal und einem Café, einen öffentlichen Auftakt. Räumliche Transparenz fördert auf Erdgeschossniveau den offenen Charakter der Anlage. Die neue Fassadengestaltung tritt als verbindendes Element der drei Gebäudevolumen in Erscheinung. Die Aufstockungen in Holzbauweise führen die bestehenden Strukturen weiter, der Neubau ist ebenfalls als Holzbau konzipiert. Um die Beziehung von Gebäudeensemble und Freiraum zur Landschaft zu fördern, werden die öffentlich zugänglichen Freiräume durch präzise gesetzte Baumgruppen akzentuiert.
- Ort Aesch, Schweiz
- Auftraggeber Stiftung Alterszentrum «Im Brüel»
- Beauftragungsmodell ARGE Buchner Bründler Planer AG mit Proplaning AG
- Wettbewerb 2023, 1. Preis
- Architektur Buchner Bründler Architekten
- Bauingenieur Schnetzer Puskas Ingenieure AG
- Landschaftsarchitektur MOFA Studio GmbH Landschaftsarchitektur
- Partner Daniel Buchner, Andreas Bründler
- Mitarbeit Wettbewerb Camille Paragon, Alexandra Galer, Jan Stiller, Ida Steffen
- Visualisierung Buchner Bründler Architekten






































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